von MIchael Bartsch
Dresden, 25. Januar 2020. In welchem Gewand werden die Nazis und die Guten wohl diesmal daherkommen? Ein Buch wie Manja Präkels "Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß" könnte zu plakativer Darstellung verführen. Doch in der ersten Bühnenfassung des 2018 mit dem Jugendliteraturpreis und dem Anna-Seghers-Preis geehrten Romans der Journalistin und Autorin am Dresdner Theater Junge Generation muss man sich nicht auf Drastik einlassen, sondern stattdessen auf feine Nuancen: Bühnenfassung und Regie von Nils Zapfe versuchen weder die meist unbefriedigende szenische Illustration des Textes, noch halten sie eine szenische Lesung ab. Ein bisschen euphorisiert könnte man von Neuland sprechen, das Zapfe mit seiner Herangehensweise betritt.