Zum dreifachen Glück
von Dieter Stoll
Nürnberg, 18. Februar 2016. Marc liebt Bettina, Bettina liebt Marc, auch Kay liebt Marc, Marc ist nicht abgeneigt, Bettina wundert sich. Ein flotter Dreier wird das nie! Der gestresste Polizist mag seine schwangere Frau offenbar wirklich, findet aber zur eigenen Überraschung schnell auch Gefallen am schwulen Kollegen, den er während der Ausbildung (Achtung, Zweibettzimmer!) kennenlernt. Erst wehrt er sich sehr demonstrativ dagegen, dann weniger. Es muss wohl guter Sex sein, der da bei wenig Licht und viel Röcheln geschieht. Das provokativ gerufene "Pussy!" im Herren-Wortgefecht klingt bald zärtlich, der Affären-Modus setzt ein. Kleiner Mann, was nun? Auf ein Happy-End kann er kaum hoffen, aber heroischer Verzicht ist auch nicht die nächstliegende Lösung – also Augen zu, Hose auf und durchs volle Doppelleben, bis die Katastrophe kommt. "Ich bin nicht schwul", ruft Marc. "Was bist du dann?", schreit Bettina. "Gleichmäßig atmen", empfiehlt der Kenner dem Jogging-Partner für solche Problemfälle. Dumm stellen und weiterlieben, so oder auch anders.