17. Juli 2023. Der Verein zur Förderung der Münchner Kammerspiele verleiht seinen jährlichen Förderpreis an die Schauspielerin Johanna Kappauf und ernennt den Schauspieler Werner Hess anlässlich dessen 60-jährigen Bühnenjubiläums zum Ehrenmitglied des Theaters. Das gab der Förderverein in einer Presseaussendung bekannt.
Mit magischen Fähigkeiten
Johanna Kappauf, 1999 in München geboren, ist seit 2002 Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Sie arbeitet bei der SWW München Weberei und spielt bei der Theatergruppe "Die Blindgänger". 2019 und 2020 nahm sie an Inklusionsworkshops der Otto Falckenberg Schule teil und war für "Heidi weint" erstmals als Gast an den Kammerspielen engagiert. Für ihre Schauspielleistung in der Inszenierung "Wer immer hofft, stirbt singend" erhielt sie von ihrem Schauspielkollegen und dem Alleinjuror Edgar Selge im September 2022 den Therese Giehse Preis.
In seiner Laudatio für den Förderpreis sagte Jan-Christoph Gockel, Regisseur und Mitglied der künstlerischen Leitung der Münchner Kammerspiele: "Wer kann auf einem Seil weit über dem Boden rückwärtsgehend Walter Benjamin Texte sprechen? Johanna Kappauf. Johanna, du bist eine Schauspielerin, mit magischen Fähigkeiten!"
Der Förderpreis, der an junge Mitglieder des Ensembles verliehen wird, ist mit 5.000 Euro dotiert.
Großer Könner in Gelassenheit und Grandezza
Walter Hess, 1939 geboren, ist seit 2022 Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele 1963 führte ihn sein erstes Engagement ans Stadttheater Konstanz. Nach Stationen am Theater an der Winkelwiese, dem Schauspiel Bonn, dem Staatstheater Hannover und dem Schauspielhaus Zürich kam er 2002 nach München. 2020 erhielt er den Theaterpreis der Landeshauptstadt München.
Mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt der Förderverein der Kammerspiele Hess als herausragenden Schauspieler. Stefan Merki lobt den Schauspielkollegen in seiner Laudatio als liebenswerten, heiteren Kollegen. "Ein wahrer Held des Theaters! Immer auf Angriff, um die Performance noch weiter zu optimieren und nie nachlassend in seiner Forderung nach Qualität. Gleichzeitig ein großer Könner in Gelassenheit und Grandezza. Eine Legende, wie kürzlich ein junger Kollege meinte. Unbedingt erwähnenswert: seine tanzenden Hände und sein lässiger Gang. Ich persönlich liebe ihn seit 20 Jahren und habe beobachtet, wie laufend neue LiebhaberInnen jeden Alters dazu gekommen sind."
(Münchner Kammerspiele / eph)
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