Das (un-)treue Publikum
1. Juni 2022. In der Dortmunder Zeitung berichtet Gaby Kolle auf Seite 1 von schlechten Auslastungszahlen des Schauspiel Dortmund in der aktuellen Spielzeit. "Gerade mal 33,05 Prozent Auslastung inklusive Freikarten hatte das Schauspiel bisher in der Spielzeit 21/22. Rund jede fünfte Karte war eine Freikarte, darunter fallen allerdings auch Karten für das jeweilige Team."
Weiter heißt es: "Rechnet man diese Freikarten heraus, schrumpft die Auslastung sogar auf 27,44 Prozent." Zum Vergleich: Die anderen Sparten des Hauses hatten im selben Zeitraum eine Auslastung von 48,13 Prozent (Oper), 60,99 Prozent (Ballett) und 70,63 Prozent (Kinder- und Jugendtheater.
Im ergänzenden Kommentar schreibt Kolle: "Auch die Einnahmen von lediglich 92.447,57 Euro liegen 53 Prozent unter dem geplanten Soll und unter den Einnahmen des Kinder- und Jugendtheaters. Das ist sehr ungewöhnlich und gibt Anlass zur Sorge oder zumindest dazu, genauer auf das Malheur zu schauen."
Kolle argumentiert: "Julia Wisserts Vision für das Dortmunder Schauspiel ist ein Experimentallabor für die ganze Stadtgesellschaft." Aber: "Das Schauspiel ist eben nicht nur Experimentallabor. Lediglich mit einem neuen Begriff von Stadtgesellschaft verprellt man das treue Schauspielpublikum."
Im Hauptartikel fordert die städtische CDU "Publikumsmagneten" oder zumindest überregionale Ausstrahlung. Tobias Ehinger, Geschäftsführerender Direktor des Hauses, wiederum verteidigt die Zahlen mit dem Corona-Winter: Jetzt sei "der falsche Zeitpunkt, das frei zu bewerten", zitiert ihn die Zeitung.
(Dortmunder Zeitung / geka)
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